Clubneuigkeiten, März 1999

Ein Beauceron wird vorgestellt

Wurfmeldung

Clubtermine 1999


Ein (3) Beauceron wird vorgestellt

Asco vom Sillufer , Wurftag: 04.02.1988
Vater:
Noe des Genevrier's, Mutter: Ondia vom Sillufer, Züchter: Dietmar Schäffer (T)

+
Arthus vom Weingraben
, Wurftag: 13.08.1998
Vater:
Merlin de la Loutre Noir, Mutter: Kyra vom Schweizerblick, Züchter: Monika Horschitz(OÖ)
Besitzer: Kurt und Gudrun Walder (K)

Asco und Arthus sind seit Weihnachten ein "Brüderpaar".

CHER,
süße kleine
CHER

An einem Tag im April 94 erreichte uns vom Präsidenten F. Kepreda die Nachricht, daß die Beauceron-Hündin Cher, 5-jährig, dringend einen neuen Besitzer brauchte, da sie sonst eingeschläfert werden müsse.Sie wäre aggressiv, gefährlich, hätte einen Welpen beinahe zu Tode gebissen und müsse sofort weg. Wir hatten Cher - sie war eine Halbschwester unseres Rüden Asco vom Sillufer - in ihrer Jugendzeit einige wenige Male gesehen und sie als sehr schöne und liebe Hündin in Erinnerung. Was mit ihr allerdings in den letzten Jahren geschehen war, konnten wir nicht eruieren.
Ich suchte ein einigermaßen aktuelles Foto von Cher heraus und überlegte und überlegte. Vorsichtig fragte ich schließlich meinen Mann, ob wir auch mit zwei Hunden zurecht kämen. Er starrte mich entgeistert an. Wie soll denn das funktionieren? Zwei so große Tiere, wir sind beide berufstätig, unser umgebautes Haus ist nicht gerade hundefreundlich mit den Stiegen und Parkettböden, außerdem hätte Asco ganz bestimmt kein Verständnis und und und...
Am nächsten Tag, ein Sonntag, stellte mein Mann ganz ohne jeden Zusammenhang die Frage und was machen wir, wenn wir Urlaub fahren? Mein Herz klopfte laut, das Frühstücksgeschirr wurde weggeräumt und bei Herrn Hridlicka, bei dem sich Cher zur Zeit befand, angerufen und angekündigt, daß wir kämen um die Hündin abzuholen.
Nach etwa 3,5 Stunden Autofahrt angekommen, waren wir doch etwas nervös. Was würde uns erwarten? War die Hündin wirklich so aggressiv wie es hieß? Wir konnten es uns nicht vorstellen, aber wenn doch, wie sollten wir das in den Griff bekommen. Würde sie uns überhaupt akzeptieren?
Herr Hridlicka - es hatte die Hündin bei sich weil er mit ihr züchten wollte, sie war aber leer geblieben - holte die Hündin. Eine sehr schlanke (zu Hause abgewogen - 29 kg) und vorsichtig mit der Rute wedelnde Hündin beschnupperte uns. Wir verabschiedeten uns sehr bald. Cher sprang, ohne zu zögern, in den Kofferraum des Autos, sehr zum Mißmut Asco's. Schließlich war das sein Auto.
Wenige Meter vom Haus entfernt, hielten wir an, damit sich die beiden Hunde beim gemeinsamen Auslauf aneinander gewöhnen konnten. Cher hatte zwar einen unbändigen Bewegungsdrang, aber unsere Befürchtung, daß sie uns weglaufen oder zum Vorbesitzer, dessen Haus noch in Sichtweite war, zurücklaufen würde, war zum Glück unbegründet.
Zu Hause angekommen, verpaßten wir Cher sogleich ein Bad (sie stank ganz erbärmlich) und fönten sie anschließend, was sie sich zu unserem Erstaunen mit stoischer Ruhe gefalllen ließ, ja es sogar sichtlich genoß.
Dann begann die Eingewöhnungsphase. Cher war eine total verunsicherte und absolut hysterische Hündin. Wenn sie nicht gerade schlief, jammerte sie. Bei jeder Autofahrt hatte sie panische Angst. Im Haus konnte sie nur wenige Minuten an einem Platz verweilen, um dann sofort wieder ruhelos vor sich hinjammernd, herumzugehen.
Sie war vieles, ängstlich, hysterisch, irgendwie verrückt, total verunsichert, unnatürlich verfressen - schließlich hatte sie doch einige Kilo aufzuholen - aber eines ganz sicher nicht: aggressiv.
Sie lechzte nach Zuneigung, ging uns auch auf Schritt und Tritt nach, aber berühren ließ sie sich zu Beginn so gut wie nicht, stets ging sie vorsichtig einen Schritt zurück. Wir benötigten viel Geduld und trotz unserer bereits aufgekeimten Zuneigung zu ihr, dachte ich manchmal, wir hätte uns zuviel zugemutet. Ganz abgesehen von so Nebensächlichkeiten, daß wir einige Wochen lang mehrmals täglich mit einem Eimer Wasser die blutbespritzten Wände abschrubbten. Die letzten 5-6 cm ihrer Rute waren unbehaart und und daher fleischig offen und bluteten. Jedesmal wenn sie sich freute, z.B. wenn wir den Raum betraten, den wir nur kurz verlassen hatten, schlug sie mit ihrer käftigen Rute ausgiebig gegen die Wand und das Blut spritzte ordentlich und weit. Es dauerte eine ganze Weile, aber die Rute heilte, die Wohnung wurde ausgemalt und somit schon wieder ein Problem weniger. Stets bemühten wir uns, sie davon zu überzeugen, daß sie nun zu uns gehört, wir sie nicht mehr weggeben (und es ihr auch sagten - ob sie es verstand?), sie die gleichen Rechte als Asco hat und wir ihr auch nichts Böses antun.
Langsam, oft gar nicht so deutlich erkennbar, wurde sie etwas ruhiger, jammerte weniger und ließ sich von uns, wenn auch nur von vorne, behutsam streicheln. Auch ihren Kopf durften wir schon in unsere Hände nehmen.
Eine ganz große Hilfe für Cher war unser Rüde Asco, welcher ein absolut ruhiges, ausgeglichenes, freundliches Wesen hat und ihr somit Sicherheit vermittelte. Sie begann ihn immer mehr zu kopieren, es ging dann so weit, daß sie beim "Lackimachen" das Hinterbein hob.
Nach einigen Monaten verfügte sie über mehr Selbstvertrauen, ging man mit ihr spazieren, war sie jetzt sehr selbstbewußt. Auch begann sie unser Haus zu bewachen, was sie vorher ausschließlich dem Rüden überlassen hatte. Sie entwickelte sich zu einer stolzen Hündin, die sich so sehr über alles freuen konnte und überaus dankbar war. Wir durften sie jetzt auch bereits am ganzen Körper liebkosten und als sie nach ca. 10 Monaten das erste Mal breit auf dem Rücken lag und uns ihren Bauch entgegenstreckte, waren wir glücklich.
Cher integrierte sich immer besser und entwickelte sich zu einer wunderbaren Gefährtin. Wir hatten nun viel Spaß miteinander.
Wir balgten in der Wohnung am Boden oder im Garten herum, unternahmen ausgedehnte Wanderungen oder mieteten uns im Sommer am Weissensee ein Ruderboot, mit welchem wir fünf (mein Mann, unsere Tochter, ich und vorne und hinten stolz aufgerichtet je ein Beauceron) uns ein geeignetes Badeplätzchen suchten. Auch bei unseren Ausflügen ins nahe Friaul erregten wir mit den beiden immer wieder Aufsehen. Wo wir auch hinkamen, Asco schaffte es beinahe immer, mit seinem Charme etwas Fressbares zu organisieren. In einem Straßencafe in San Daniele erhielt sogar jeder von beiden eine große Tüte mit Eis, extra vom Ober mit liebevollen Worten gereicht. Asco hatte ihn lange genug mit den Augen fixiert. Diese Kunst beherrscht er bestens. Cher brauchte stets nur abzuwarten. Es war wirklich eine schöne gemeinsame Zeit.
Überhaupt verstand sie sich mit dem überaus toleranten Asco bestens. Sie wollte nur stets im Mittelpunkt stehen; hin und wieder gab es zwar Streitigkeiten und kleine Bißverletzungen (einmal mußten wir sogar seine Zunge nähen lassen - er wollte von ihrem Fressen probieren) doch sie mochten sich und es kam des öfteren vor, daß sie mit ihrer Zunge sein Gesicht ableckte. Wenn sie allzu zänkisch war, knurrte er laut und sie kuschte.
Im übrigen waren sie sich einig, hatten beide dieselben "Lieblingsfeinde" wie beispielsweise den Nachbarhund, zu dem Cher gleich am Tag nach ihrer Ankunft gelaufen war, seine Futterschüssel leerte und wieder verschwand, ehe dieser richtig merkte, was los war. Wenn die beiden etwas Unerlaubtes taten, lenkte uns einer ab, der zweite hatte freie Bahn.
Uns gegenüber hatte Cher nun volles Vertrauen und ein unbändiges Zärtlichkeitsbedürfnis. Ihre etwas eigene Art, ihre Zuneigung kundzutun, zeigte sich darin, daß sie die Lefzen total zurückzog, ihre Zähne entblößte und uns anstrahlte. Für Nichthundekenner ein furchterregender Anblick. Irgendwelchem Hundespielzeug, wie Bällen oder ähnlichem, mit dem Asco sich so gerne vergnügt, konnte sie nichts abgewinnen. Entweder war etwas zum Fressen oder sonst überflüssig.
Manchmal, wenn ich die beiden Hunde so einig nebeneinander liegen sah, erfaßte mich ein großes Glücksgefühl, zwei so wunderbare Exemplare unser Eigen nennen zu können. Cher hatte sich auch äußerlich zum Vorteil verändert, ihre anfangs stechend hellen Augen waren dunkler geworden, sie hatte ca. 15 kg zugenommen, der etwas fahle Brand war einem schönen Rotbraun gewichen. Und Asco war ihr ohnehin ein mehr als ebenbürtiger Partner.
Wenn eine Ausstellung besucht wurde, erhielten unsere beiden stets die besten Bewertungen:
ASCO vom Sillufer:
Jugendbester IHA Klagenfurt 1989 - Österr. Bundessieger 1992 und 1993 -
Österr. Clubsieger 1990, 1991, 1992 und 1995 (11 CAC, 6 CACIB, 9 BOB).
Die Arbeitsprüfungen absolvierte er erfolgreich bis zur FH 3 mit 197 Punkten.
CHER vom Sillufer:
Weltjugendsieger in Brünn 1990 (damals noch mit ihren Erstbesitzern)
Österr. Clubsieger 1991, 1994 mit BOB und 1995 mit BOB

Cher's Ende kam für uns völlig überraschend. Sie war stets ein sehr robustes Mädchen gewesen und wir stellten sie uns des öfteren vor, wie sie sich als exzentrische alte Hundedame präsentieren würde.
Mit 9 ½ Jahren mußten wir sie wegen eines sehr großen Tumors operieren lassen. Sie überstand die Operation gut und bald merkte man gar nichts mehr. Nach zwei weiteren Monaten ging es von einem Tag zum anderen: Sie hatte Schmerzen bei den Bewegungen. Wir ließen sie wieder untersuchen , Ultraschall und Röntgen wurden vorgenommen und die Tierärzte mußten feststellen, daß die Metastasen schon sehr verstreut waren und sogar bereits die Wirbelsäule angegriffen war.
Eine Operation würde nicht mehr helfen, ja die Chance, eine solche zu überleben war schon sehr gering. Für einige Tage nahmen wir sie, ausgestattet mit starken Medikamenten, noch mit nach Hause, aber sie verfiel sehr sehr schnell. Sie war jetzt nur mehr ein armes Häuflein Hund, das nicht mehr aufstehen konnte und große Schmerzen hatte. Das einzige, was wir für sie noch tun konnten: am 08. Dezember 1998 mußten wir sie erlösen.
Sie wurde nicht einmal 10 Jahre alt und wir hatten noch so viel gemeinsames vorgehabt. Nur 4 gemeinsame Jahre mit einer so wunderbaren Hündin sind zu wenig. Wir haben alle getrauert, einschließlich Asco.
Dann wollte mein Mann sofort und unbedingt einen Welpen. Zuerst lehnte ich kategorisch ab, aber er überzeugte mich.
Frau Horschitz hatten von ihrem Wurf noch 2 Welpen (Rüde und Hündin) zu vergeben, welche wir besichtigten (hervorragend gehalten!) und uns für den Rüden Arthus vom Weingraben entschieden.
Er ist ein überaus selbstbewußter, zufriedener, frecher und unbekümmerter Vifzack und unser inzwischen über 11 Jahre alter Asco hat manchmal seine liebe Not mit ihm. Mal sehen, was uns die Zukunft bringt.
Gudrun Walder


Wurfmeldung

Bei Familie Ostermann (SLO) ist am 28. Dezember 1998 ein 10er Wurf gefallen und zwar 8 Rüden und 2 Hündinnen. Abgabetermin: Ende Februar.

Vater: Cyclone cer de Donnamour (19.Februar 1995) Besitzer Romina Vulpe, Grossvater:Dragon des Hautes Ruelles, Grossmutter: Emily de Bellemour

Mutter: Rea Crna Perla (29.Juli 1994) , Grossvater:Haxo du Murier de Sordeeille, Großmutter: Annabell von der Bannenweide


Clubtermine 1999

Terminkalender der Aktivitäten unseres Clubs für 1999
28. März 1999 IH Graz Sonderausstellung, Richter Hr. Deutscher
14. Mai 1999 EURO DOG'99 Tulln, Sonderausstellung, Richter Hr. Wiblishauser (D) (Meldeschluss: 1.April)
14. - 16. Mai 1999 EURO DOG'99 Tulln, Informationsstand
25. - 26. September 1999, Clubsiegerschau und Jahreshauptversammlung in Schönleitn (K).


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